Garmin Speed Sensor 2 Test

Garmin Speed Sensor 2 Test

Präzise Geschwindigkeitsmessung für Rennrad und Gravelbike

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist der Garmin Speed Sensor 2?
  2. Technische Daten
  3. Installation und Einrichtung
  4. Geschwindigkeit ohne GPS
  5. Praxistest
  6. Vorteile und Nachteile
  7. Vergleich mit anderen Sensoren
  8. Fazit
  9. FAQ

Garmin Speed Sensor 2 Test – Präzise Geschwindigkeitsmessung für jedes Fahrrad

GPS-Fahrradcomputer liefern heute bereits sehr genaue Geschwindigkeitsdaten. Dennoch gibt es Situationen, in denen GPS an seine Grenzen stößt – beispielsweise in dichten Wäldern, langen Tunneln oder bei schlechtem Satellitenempfang. Genau hier kommt der Garmin Speed Sensor 2 ins Spiel.

Der Sensor misst die Geschwindigkeit direkt über die Radumdrehungen und liefert dadurch unabhängig vom GPS äußerst präzise Werte. Besonders für Rennradfahrer, Gravelbiker, Mountainbiker und Indoor-Sportler stellt er eine sinnvolle Ergänzung zum Garmin Edge oder einer Garmin-Sportuhr dar.

Was ist der Garmin Speed Sensor 2?

Der Garmin Speed Sensor 2 ist ein kompakter Geschwindigkeitssensor, der direkt an der Radnabe montiert wird. Er erkennt jede Radumdrehung und berechnet daraus Geschwindigkeit und Distanz.

Im Gegensatz zu älteren Sensoren wird kein Magnet an der Speiche mehr benötigt. Dadurch ist die Montage einfacher und die Optik des Fahrrads bleibt unverändert.

Die Daten werden über ANT+ oder Bluetooth an kompatible Geräte übertragen.

Der Sensor ist kompatibel mit:

  • Garmin Edge Fahrradcomputern
  • Garmin fēnix-Serie
  • Garmin Forerunner
  • Garmin Epix
  • Garmin Connect App
  • Zwift
  • TrainerRoad
  • vielen weiteren ANT+- und Bluetooth-fähigen Geräten

Technische Highlights

Der Garmin Speed Sensor 2 bietet unter anderem:

  • magnetlose Radnabenmontage
  • ANT+ und Bluetooth
  • automatische Kalibrierung mit Garmin Edge
  • manuelle Eingabe des Radumfangs möglich
  • präzise Geschwindigkeits- und Distanzmessung
  • kompatibel mit Indoor-Trainern
  • einfache Montage ohne Werkzeug
  • wechselbare Knopfzelle (CR2032)
  • Batterielaufzeit von bis zu einem Jahr (je nach Nutzung)

Installation

Die Montage ist in wenigen Minuten erledigt.

Der Sensor wird mit einem flexiblen Gummiband direkt auf der Vorderrad- oder Hinterradnabe befestigt.

Werkzeug wird nicht benötigt.

Nach dem Einlegen der Batterie erkennt der Garmin Edge 840 Solar den Sensor innerhalb weniger Sekunden.

Die Kopplung verlief in meinem Test problemlos.

Geschwindigkeit ohne GPS

Der größte Vorteil des Speed Sensor 2 liegt in seiner Unabhängigkeit vom Satellitensignal.

Während GPS die Geschwindigkeit anhand der Positionsänderung berechnet, misst der Sensor jede einzelne Radumdrehung.

Dadurch entstehen besonders präzise Werte:

  • beim Anfahren
  • in Tunneln
  • im Wald
  • auf Indoor-Trainern
  • bei schlechter GPS-Abdeckung

Gerade bei Intervalltraining reagiert der Sensor deutlich schneller auf Beschleunigungen als eine reine GPS-Messung.

Erster Eindruck

Bereits nach den ersten Kilometern fällt auf, wie unauffällig der Speed Sensor arbeitet.

Einmal montiert, verschwindet er nahezu unsichtbar an der Radnabe.

Die Verbindung zum Garmin Edge 840 Solar blieb während der gesamten Testphase stabil.

Auch die automatische Kalibrierung funktionierte zuverlässig.

Besonders interessant ist der Sensor für Sportler, die ihre Trainingsdaten möglichst exakt erfassen möchten oder regelmäßig auf der Rolle trainieren.

Praxistest: Garmin Speed Sensor 2 auf einer 70-km-Rennradtour

Nach der einfachen Installation wollte ich herausfinden, welchen Mehrwert der Garmin Speed Sensor 2 im Alltag tatsächlich bietet. Moderne GPS-Fahrradcomputer wie der Garmin Edge 840 Solar liefern bereits sehr genaue Geschwindigkeitsdaten. Lohnt sich ein zusätzlicher Geschwindigkeitssensor überhaupt noch?

Für diesen Test absolvierte ich eine 70 Kilometer lange Rennradausfahrt und nutzte dabei das komplette Garmin-Ökosystem.

Die Testbedingungen

  • Sportart: Rennrad
  • Distanz: 70 Kilometer
  • Fahrzeit: 3 Stunden 30 Minuten
  • Temperatur: 24 °C
  • Wetter: Sonnig mit leichtem Wind
  • Streckenprofil: Flach bis leicht hügelig
  • Fahrradcomputer: Garmin Edge 840 Solar
  • Sportuhr: Garmin fēnix® 8 Solar (51 mm)
  • Leistungsmesser: Garmin Rally XC200
  • Herzfrequenz: Garmin HRM 600
  • Geschwindigkeit: Garmin Speed Sensor 2

Installation und Kopplung

Vor der Ausfahrt war der Sensor innerhalb weniger Minuten montiert.

Die Kopplung mit dem Garmin Edge 840 Solar verlief problemlos. Bereits beim Einschalten wurde der Speed Sensor automatisch erkannt und verbunden.

Auch während der gesamten Tour kam es zu keinem einzigen Verbindungsabbruch.

Geschwindigkeit beim Anfahren

Einer der größten Unterschiede zeigte sich bereits an den ersten Ampeln.

Während GPS-basierte Systeme häufig einen kurzen Moment benötigen, bis die Geschwindigkeit korrekt angezeigt wird, reagierte der Speed Sensor praktisch sofort.

Schon nach der ersten Radumdrehung erschien die aktuelle Geschwindigkeit auf dem Display.

Gerade im Stadtverkehr oder bei häufigem Anfahren wirkt die Anzeige dadurch deutlich direkter.

Gleichmäßige Fahrt auf freier Strecke

Auf längeren Abschnitten mit konstantem Tempo lagen GPS und Geschwindigkeitssensor nahezu identisch.

Die Unterschiede bewegten sich meist im Bereich weniger Zehntelkilometer pro Stunde.

Gerade auf freier Strecke bestätigt das, wie präzise moderne GPS-Systeme inzwischen arbeiten.

Dennoch vermittelte der Speed Sensor einen etwas ruhigeren Geschwindigkeitsverlauf ohne kleine Schwankungen.

Kurze Beschleunigungen

Besonders interessant wurde es bei intensiveren Belastungen.

Mehrfach beschleunigte ich nach Kurven oder Kreisverkehren kräftig auf über 35 km/h.

Hier reagierte der Speed Sensor deutlich schneller als die reine GPS-Messung.

Während das GPS die Geschwindigkeit leicht verzögert anpasste, zeigte der Sensor nahezu unmittelbar den aktuellen Wert.

Gerade für Intervalltraining oder Sprintübungen ist dieser Unterschied deutlich spürbar.

Abfahrten

Auch auf schnelleren Abfahrten arbeitete der Sensor zuverlässig.

Die Geschwindigkeitsanzeige blieb stabil und reagierte unmittelbar auf kleine Veränderungen.

Gerade bei wechselndem Tempo empfand ich die Anzeige angenehmer als die ausschließlich GPS-basierte Messung.

Tunnel und Waldpassagen

Ein großer Vorteil zeigte sich während mehrerer kurzer Waldabschnitte.

Obwohl das GPS dort grundsätzlich gut funktionierte, blieb die Geschwindigkeitsanzeige des Speed Sensors vollkommen konstant.

Auf Strecken mit dichter Vegetation oder längeren Tunneln dürfte dieser Vorteil noch deutlicher ausfallen.

Kombination mit dem Garmin Rally XC200

Besonders interessant wurde der Test in Verbindung mit dem Garmin Rally XC200 Powermeter.

Durch die Kombination aus:

  • Geschwindigkeit
  • Leistung
  • Kadenz
  • Herzfrequenz

entstand ein sehr vollständiges Bild meiner Belastung.

Gerade bei Gegenwind oder leichten Anstiegen half mir die Kombination aus Watt- und Geschwindigkeitsdaten dabei, mein Tempo besser einzuschätzen.

Indoor-Training

Auch wenn dieser Test im Freien stattfand, spielt der Garmin Speed Sensor 2 seine größten Stärken auf der Rolle aus.

Da dort kein GPS verfügbar ist, liefert ausschließlich der Sensor zuverlässige Geschwindigkeits- und Distanzdaten.

Wer regelmäßig mit Zwift oder anderen Trainingsplattformen fährt, profitiert besonders von dieser Funktion.

Akkulaufzeit

Während der gesamten Testphase arbeitete der Sensor vollkommen unauffällig.

Die vom Hersteller angegebene Batterielaufzeit von bis zu einem Jahr erscheint aufgrund des sehr geringen Energieverbrauchs durchaus realistisch.

Ein Batteriewechsel dürfte daher nur selten notwendig sein.

Verarbeitung

Der Sensor hinterließ einen hochwertigen Eindruck.

Auch nach mehreren Ausfahrten saß er weiterhin sicher an der Radnabe.

Weder Erschütterungen noch Kopfsteinpflaster oder kleinere Schlaglöcher führten zu einem Verrutschen.

Vergleich: GPS oder Speed Sensor?

Nach mehreren Ausfahrten ergibt sich ein klares Bild.

GPS allein reicht aus für:

  • Freizeittouren
  • gelegentliche Rennradausfahrten
  • Navigation
  • lockeres Training

Der Speed Sensor bietet Vorteile bei:

  • Intervalltraining
  • Sprinttraining
  • Indoor-Cycling
  • häufigem Anfahren
  • Tunneln
  • Waldpassagen
  • maximaler Datenpräzision

FAQ

Für normale Ausfahrten reicht das GPS des Edge 840 Solar meist aus.

Der Speed Sensor 2 verbessert jedoch die Reaktionsgeschwindigkeit der Geschwindigkeitsanzeige und liefert besonders bei Intervallen, Sprints, Waldpassagen oder auf der Rolle präzisere Daten.

Ja. Über Bluetooth lässt sich der Sensor mit Zwift und vielen weiteren Indoor-Trainingsplattformen koppeln.

In Verbindung mit einem Garmin Edge erfolgt die Kalibrierung in der Regel automatisch. Alternativ kann der Radumfang auch manuell eingestellt werden.


Unser Fazit

Gesamtbewertung

4.8

von 5 Sternen

Montage: ★★★★★

Messgenauigkeit: ★★★★★

Verbindung: ★★★★★

Verarbeitung: ★★★★★

Preis-Leistungs-Verhältnis: ★★★★☆

VERDICT & FINAL NOTE


Fazit
Nach mehreren Wochen im Einsatz hat mich der Garmin Speed Sensor 2 positiv überrascht.

Ich hatte zunächst erwartet, dass moderne GPS-Systeme kaum noch Verbesserungen zulassen. Im Alltag zeigte sich jedoch, dass der Sensor besonders bei schnellen Tempowechseln, Intervallen und beim Anfahren spürbare Vorteile bietet.

In Kombination mit meinem Garmin Edge 840 Solar, dem Rally XC200 Powermeter und dem HRM 600 entsteht ein äußerst präzises Trainingssystem, das alle wichtigen Leistungsdaten zuverlässig erfasst.

Wer bereits im Garmin-Ökosystem unterwegs ist und strukturiert trainiert, erhält mit dem Speed Sensor 2 eine sinnvolle Ergänzung – insbesondere für Indoor-Einheiten, leistungsorientiertes Training und Situationen, in denen GPS an seine Grenzen stößt.

Abschließende Bemerkung
Der Garmin Speed Sensor 2 ist kein zwingendes Zubehör für jede Radausfahrt – für ambitionierte Rennradfahrer und Indoor-Sportler bietet er jedoch einen spürbaren Mehrwert.

Die schnelle Reaktionszeit, die hohe Messgenauigkeit und die nahtlose Integration in das Garmin-Ökosystem machen ihn zu einer sinnvollen Ergänzung für alle, die ihr Training möglichst präzise erfassen und auswerten möchten.

Vorteile und Nachteile

PROS


  • sehr einfache Montage
  • keine Magnete notwendig
  • schnelle Reaktionszeit
  • sehr präzise Geschwindigkeitsmessung
  • zuverlässige Verbindung
  • ideal für Indoor-Training
  • lange Batterielaufzeit
  • unauffällige Bauweise

CONS


  • für reine Freizeittouren nicht zwingend erforderlich
  • zusätzlicher Sensor am Fahrrad