Praxistest: Garmin HRM 600 vs. Garmin fēnix® 8 Solar

Praxistest: Garmin HRM 600 vs. Garmin fēnix® 8 Solar

– Brustgurt oder optische Herzfrequenzmessung?

Mit der Garmin fēnix® 8 Solar verfügt Garmin über einen der leistungsfähigsten optischen Herzfrequenzsensoren auf dem Markt. Trotzdem greifen viele ambitionierte Sportler weiterhin zu einem Brustgurt. Deshalb wollte ich wissen, ob der neue Garmin HRM 600 im Alltag tatsächlich einen spürbaren Mehrwert bietet.

Für den Vergleich habe ich beide Systeme parallel genutzt: Die Garmin fēnix® 8 Solar zeichnete die Herzfrequenz über den integrierten Sensor am Handgelenk auf, während der HRM 600 gleichzeitig als externer Brustgurt verbunden war. So konnte ich die Messwerte sowohl beim Trailrunning als auch beim Schwimmen direkt vergleichen.

Test 1: 15-km-Trailrun

Testbedingungen

  • Distanz: 15 Kilometer
  • Laufzeit: 1 Stunde 42 Minuten
  • Temperatur: 0 °C
  • Untergrund: Waldwege, Schotter und Singletrails
  • Höhenmeter: ca. 280 hm
  • Sportuhr: Garmin fēnix® 8 Solar (51 mm)
  • Brustgurt: Garmin HRM 600

Start des Trainings

Bereits wenige Sekunden nach dem Anlegen erkannte die fēnix® 8 den HRM 600 automatisch.

Während des Laufs zeichnete ich parallel sowohl die Daten des Brustgurts als auch die optische Herzfrequenz auf, um Unterschiede besser beurteilen zu können.

Herzfrequenz bei gleichmäßigem Tempo

Auf den ersten flachen Kilometern lagen beide Messsysteme nahezu identisch.

Die Unterschiede bewegten sich meist im Bereich von ein bis zwei Schlägen pro Minute und waren im Training praktisch nicht relevant.

Für lockere Dauerläufe zeigt sich hier deutlich, wie leistungsfähig moderne optische Sensoren inzwischen geworden sind.

Herzfrequenz bei Anstiegen

Der Unterschied zeigte sich erst auf den längeren Anstiegen.

Sobald die Belastung schnell zunahm, reagierte der HRM 600 nahezu unmittelbar.

Die optische Messung der fēnix® 8 folgte zwar ebenfalls zuverlässig, benötigte jedoch einige Sekunden länger, bis der tatsächliche Puls erreicht war.

Gerade bei Intervalltraining oder intensiven Bergläufen liefert der Brustgurt dadurch die präziseren Daten.

Herzfrequenz bei Tempowechseln

Besonders deutlich wurde der Unterschied während kurzer Tempoverschärfungen.

Der HRM 600 zeigte Belastungsspitzen sofort an.

Die fēnix® 8 zeichnete dieselben Veränderungen ebenfalls auf, allerdings leicht verzögert und etwas geglättet.

Für Wettkämpfe oder strukturiertes Intervalltraining würde ich deshalb weiterhin den Brustgurt bevorzugen.

Running Dynamics

Ein weiterer Vorteil des HRM 600 sind die erweiterten Laufmetriken.

Nach dem Lauf standen in Garmin Connect unter anderem folgende Daten zur Verfügung:

  • Schrittfrequenz
  • Schrittlänge
  • Vertikale Bewegung
  • Bodenkontaktzeit
  • Bodenkontaktzeit-Balance
  • Step Speed Loss

Gerade diese Werte helfen dabei, die eigene Lauftechnik objektiv zu analysieren – Informationen, die die optische Herzfrequenzmessung allein nicht liefern kann.

Test 2: Schwimmtraining

Testbedingungen

  • Sportart: Schwimmen
  • Distanz: 2.000 Meter
  • Dauer: ca. 45 Minuten
  • Becken: 25 Meter Hallenbad
  • Garmin fēnix® 8 Solar
  • Garmin HRM 600

Herzfrequenz im Wasser

Beim Schwimmen zeigt sich einer der größten Vorteile des HRM 600.

Optische Sensoren am Handgelenk arbeiten im Wasser zwar deutlich besser als noch vor einigen Jahren, können aber durch Wasserbewegungen, Armrotation und den wechselnden Druck am Handgelenk beeinflusst werden.

Der HRM 600 speichert dagegen die Herzfrequenz während der gesamten Einheit direkt im Sensor und synchronisiert die Daten nach dem Training automatisch mit der Uhr.

Nach dem Schwimmen standen sämtliche Herzfrequenzdaten vollständig in Garmin Connect zur Verfügung.

Vergleich der Messwerte

Während lockerer Schwimmabschnitte lagen beide Systeme relativ nah beieinander.

Bei intensiven Serien oder schnelleren Intervallen zeigte der Brustgurt jedoch erneut seine Stärke.

Belastungsspitzen wurden schneller und gleichmäßiger aufgezeichnet.

Die optische Messung zeigte dagegen gelegentlich leichte Verzögerungen oder einzelne Ausreißer.

Gerade beim strukturierten Schwimmtraining ist der HRM 600 deshalb die deutlich zuverlässigere Lösung.

Tragekomfort im Wasser

Der Brustgurt saß auch während des Schwimmens sicher.

Selbst kräftige Wenden oder intensive Kraulintervalle führten nicht zu einem Verrutschen.

Nach wenigen Bahnen nahm ich den Gurt kaum noch wahr.

Synchronisation

Nach Verlassen des Beckens wurden sämtliche Herzfrequenzdaten automatisch mit der Garmin fēnix® 8 synchronisiert.

Die Übertragung funktionierte schnell und zuverlässig.

Anschließend standen alle Werte inklusive Herzfrequenzverlauf in Garmin Connect zur Verfügung.

Mein persönliches Fazit

Nach mehreren Trainingseinheiten ist mein Eindruck eindeutig:

Die Garmin fēnix® 8 Solar besitzt einen der besten optischen Herzfrequenzsensoren, die ich bisher genutzt habe. Für lockere Dauerläufe, lange Rennradtouren oder den Alltag liefert sie hervorragende Ergebnisse.

Sobald jedoch intensive Belastungen ins Spiel kommen – etwa Intervalle, Bergläufe oder strukturiertes Schwimmtraining – zeigt der Garmin HRM 600 seine Stärken.

Vor allem die unmittelbare Reaktion auf Belastungswechsel und die hohe Messgenauigkeit machen ihn für ambitionierte Sportler zur besseren Wahl.

Hinzu kommen die erweiterten Running Dynamics und die zuverlässige Herzfrequenzaufzeichnung beim Schwimmen – Funktionen, die den Mehrwert des Brustgurts zusätzlich erhöhen.

Mein Eindruck

ür Freizeit- und Gesundheitssportler reicht die optische Herzfrequenzmessung der Garmin fēnix® 8 Solar in den meisten Situationen vollkommen aus.

Wer jedoch gezielt trainiert, Wettkämpfe bestreitet oder seine Leistungsdaten möglichst exakt erfassen möchte, profitiert deutlich vom Garmin HRM 600. Besonders in Kombination mit der fēnix® 8 Solar entsteht ein leistungsstarkes Trainingssystem, das präzise Herzfrequenzdaten, erweiterte Laufmetriken und eine zuverlässige Analyse auch beim Schwimmen bietet.