Das vielseitige Carbon-Gravelbike für Abenteuer und Alltag
Inhaltsverzeichnis
- Was ist das Stevens Camino?
- Technische Daten
- Ausstatung
- Rahmen und Ausstattung
- Fahrkomfort und Geometrie
- Einsatzbereiche
- Praxistest
- Vorteile und Nachteile
- Vergleich mit der Konkurrenz
- Fazit
- FAQ
Stevens Camino Test – Ein Carbon-Gravelbike für nahezu jedes Abenteuer
Gravelbikes haben sich in den vergangenen Jahren zu echten Allroundern entwickelt. Sie verbinden die Geschwindigkeit eines Rennrads mit der Robustheit eines Mountainbikes und eröffnen völlig neue Möglichkeiten – von schnellen Trainingsrunden über lange Bikepacking-Touren bis hin zu anspruchsvollen Schotterstrecken.
Mit dem Stevens Camino präsentiert der Hamburger Hersteller ein modernes Carbon-Gravelbike, das Komfort, Sportlichkeit und Vielseitigkeit miteinander verbinden möchte. Herzstück ist ein leichter Carbonrahmen mit integrierter Kabelführung, einer Reifenfreiheit bis 45 mm und zahlreichen Montagepunkten für Gepäck und Zubehör.
Was ist das Stevens Camino?
Das Stevens Camino richtet sich an Fahrerinnen und Fahrer, die ein sportliches Gravelbike suchen, ohne auf Alltagstauglichkeit oder Toureneignung zu verzichten.
Ob schnelle Feierabendrunde, mehrtägiges Bikepacking oder längere Rennradausfahrten auf wechselndem Untergrund – das Camino wurde genau für diesen vielseitigen Einsatz entwickelt. Laut Stevens basiert die Geometrie auf den bewährten Gravel-Modellen des Herstellers und verbindet einen komfortablen Sitz mit effizientem Vortrieb.
Technische Highlights
Das aktuelle Stevens Camino bietet unter anderem:
- Carbon-SL-Rahmen
- Vollcarbon-Gabel
- integrierte Kabelführung
- Reifenfreiheit bis 45 mm
- Shimano GRX 2×12-Antrieb (GRX 820-basierte Ausstattung)
- hydraulische Shimano-GRX-Scheibenbremsen
- Fulcrum Rapid Red 900 Laufradsatz
- zahlreiche Befestigungspunkte für Schutzbleche, Gepäckträger und Bikepacking-Taschen
- Gewicht von rund 9,4 kg (je nach Rahmengröße und Ausstattung).
Ausstatung
Rahmen Carbon SL Fiber
- O.L.D.: 142 mm
- Bremse: Flatmount-Disc
- Tretlager: Pressfit BB86
- Umwerfer-Aufnahme: Anlöt
- Zugverlegung: intern
- Schutzblech- u. Gepäckträger-Ösen
Gabel STEVENS Full Carbon SL
- Konischer Gabelschaft 1 1/8″ – 1 1/2″
- O.L.D.: 100 mm
- Bremse: Flatmount-Disc
Steuersatz Token TK1556PD
- Obere Lagerschale: IS52/28,6
- Untere Lagerschale: IS52/40
Bremse vorne Shimano GRX 400
- BR-RX400
- Hydraulische Scheibenbremse
- Flatmount-Aufnahme
Bremse hinten Shimano GRX 400
- BR-RX400
- Hydraulische Scheibenbremse
- Flatmount-Aufnahme
Bremsscheiben Shimano SM-RT70
- Scheibendurchmesser: 160 mm
- Center-Lock
Kurbelsatz Shimano GRX 610
- 46-30 Z.
- 2-Piece
Umwerfer vorne Shimano GRX 820
- FD-RX820-F
- 2fach
Schaltung hinten Shimano GRX 820 Shadow+
- RD-RX820-D
- 12fach
- Direct Mount
- Gesamtkapazität: 42 Z.
Kassette Shimano 105
- CS-HG710-12
- 12fach
- Abstufung: 11-12-13-14-15-17-19-21-24-28-32-36 Z.
Kette Shimano
- CN-M6100
Lenker Scorpo Aero Gravel
- Drop: 122 mm
- Reach: 70 mm
- Klemmung: 31,8 mm
Vorbau Scorpo
- Lenkerklemmung: 31,8 mm
- Winkel: -6°
Schalt-Bremshebel links Shimano GRX 610 STI
- ST-RX610-L
- 2fach
Schalt-Bremshebel rechts Shimano GRX 610 STI
- ST-RX610-R
- 12fach
Sattelstütze Scorpo
- Länge: 350 mm
- Durchmesser: 27,2 mm
- Einstecktiefe: min. 100 mm
Sattel Oxygen Triton
Systemlaufräder Fulcrum Rapid Red 900 DB
- Achse: QR12x100/142 mm
- 2-WAY FIT ready
- Tubeless ready
Reifen Continental Terra Speed
- Reifengröße: 40-622
- Faltbar
- ProTection
Rahmen und Verarbeitung
Schon auf den ersten Blick wirkt das Stevens Camino modern und hochwertig.
Die fließenden Rohrformen, die innen verlegten Züge und die aufgeräumte Front verleihen dem Rad einen eleganten Auftritt.
Der Carbonrahmen überzeugt durch eine ausgewogene Kombination aus Steifigkeit und Komfort. Gleichzeitig sorgen die zahlreichen Montagepunkte dafür, dass sich das Camino auch für längere Bikepacking-Abenteuer oder den Alltag mit Schutzblechen und Gepäckträger eignet.
Shimano GRX – entwickelt für Gravel
Stevens setzt auf einen Shimano-GRX-2×12-Antrieb, der speziell für den Gravel-Einsatz entwickelt wurde.
Die Kombination aus einer breiten Übersetzungsbandbreite und präzisen Schaltvorgängen ermöglicht sowohl schnelle Passagen auf Asphalt als auch steile Anstiege auf Schotter.
Die hydraulischen GRX-Bremsen sorgen zudem für eine gut dosierbare Bremsleistung – auch bei Nässe oder langen Abfahrten.
Reifenfreiheit
Ein wichtiges Merkmal moderner Gravelbikes ist die maximale Reifenbreite.
Das Stevens Camino bietet Platz für Reifen bis 45 mm.
Damit lässt sich das Bike je nach Einsatzbereich individuell konfigurieren:
- 35–40 mm für schnelle Asphalt- und Schottertouren
- 40–45 mm für mehr Komfort und anspruchsvollere Trails
Diese Flexibilität macht das Camino besonders vielseitig.
Komfort und Geometrie

Die Sitzposition fällt sportlich aus, ohne extrem gestreckt zu wirken.
Dadurch eignet sich das Rad sowohl für schnelle Trainingsfahrten als auch für mehrere Stunden im Sattel.
Besonders auf längeren Touren dürfte die ausgewogene Geometrie ihre Stärken ausspielen.
Die Carbon-Gabel trägt zusätzlich dazu bei, Vibrationen auf Schotter oder Kopfsteinpflaster spürbar zu reduzieren.
Für wen eignet sich das Stevens Camino?
Das Camino richtet sich besonders an:
- Rennradfahrer, die auch Schotterwege erkunden möchten
- Gravel-Einsteiger
- Bikepacking-Fans
- Langstreckenfahrer
- Pendler mit sportlichem Anspruch
- ambitionierte Freizeitfahrer
Wer ein vielseitiges Carbon-Gravelbike sucht, das sowohl auf Asphalt als auch auf Wald- und Schotterwegen überzeugt, findet im Stevens Camino einen interessanten Begleiter.
Erster Eindruck
Nach den ersten Kilometern vermittelt das Stevens Camino genau das, was man von einem modernen Gravelbike erwartet: Es fährt sich agil, komfortabel und vermittelt viel Vertrauen – unabhängig vom Untergrund.
Praxistest: Stevens Camino auf einer 70-km-Gravel- und Rennradrunde
Technische Daten geben einen ersten Eindruck – wie sich ein Gravelbike wirklich fährt, zeigt sich jedoch erst auf einer längeren Tour. Deshalb durfte das Stevens Camino auf einer abwechslungsreichen 70-Kilometer-Runde zeigen, was in ihm steckt.
Die Strecke führte über schnellen Asphalt, feinen Schotter, Waldwege und kurze Abschnitte mit gröberem Untergrund. Genau diese Mischung ist das natürliche Einsatzgebiet eines modernen Gravelbikes.
Die Testbedingungen
- Sportart: Gravelbike
- Distanz: 70 Kilometer
- Fahrzeit: 3 Stunden 28 Minuten
- Temperatur: 22 °C
- Wetter: Sonnig, leichter Wind
- Höhenmeter: ca. 520 hm
Verwendete Ausrüstung
Für den Test kam folgendes Setup zum Einsatz:
- Stevens Camino
- Garmin Edge 840 Solar
- Garmin Rally XC200 Powermeter
- Garmin HRM 600
- Garmin Speed Sensor 2
- SKS AIRSPY Reifendrucksensor
- Hydraid Elektrolytgetränk
- 4Endurance Energiegele
Damit konnte ich neben dem Fahrverhalten auch sämtliche Leistungsdaten während der Tour auswerten.
Die ersten Kilometer
Schon nach den ersten Metern fällt die angenehme Sitzposition auf.
Das Stevens Camino wirkt sportlich, ohne extrem gestreckt zu sein.
Gerade auf längeren Touren macht sich diese ausgewogene Geometrie positiv bemerkbar.
Der Carbonrahmen vermittelt sofort einen steifen, aber keineswegs harten Eindruck.
Beschleunigung
Beim Antritt reagiert das Camino sehr direkt.
Der Carbonrahmen setzt die aufgebrachte Leistung effizient in Vortrieb um.
Besonders beim Herausbeschleunigen aus Kurven oder an kurzen Anstiegen fühlt sich das Rad angenehm lebendig an.
In Kombination mit dem Garmin Rally XC200 ließ sich gut erkennen, wie effizient das Rad auch bei höheren Wattwerten beschleunigt.
Fahrverhalten auf Asphalt
Viele Gravelbikes wirken auf Asphalt etwas träge.
Das Stevens Camino gehört eindeutig nicht dazu.
Mit den montierten Gravelreifen rollt das Rad überraschend leicht.
Auf längeren Asphaltpassagen konnte ich problemlos Reisegeschwindigkeiten zwischen 28 und 32 km/h halten.
Für Trainingsfahrten bedeutet das:
- hohe Effizienz
- ruhiger Geradeauslauf
- angenehmer Komfort
Gerade Rennradfahrer werden sich schnell zurechtfinden.
Schotterwege
Sobald die Strecke auf feinen Schotter wechselte, zeigte das Camino seine eigentliche Stärke.
Der Rahmen vermittelt viel Sicherheit.
Unebenheiten werden angenehm gefiltert, ohne dass das Rad schwammig wirkt.
Auch bei höheren Geschwindigkeiten bleibt die Lenkung jederzeit präzise.
Waldwege
Auf festen Waldwegen überzeugt das Gravelbike durch seine ausgewogene Balance.
Der Grip war jederzeit sehr gut.
Auch kleinere Wurzeln oder lose Steine brachten das Fahrverhalten nicht aus der Ruhe.
Hier macht sich die Möglichkeit bemerkbar, breitere Reifen zu fahren.
Bergauf
An den längeren Anstiegen profitierte das Stevens Camino vom geringen Gewicht des Carbonrahmens.
Gemeinsam mit der Shimano-GRX-Schaltung standen jederzeit passende Übersetzungen zur Verfügung.
Selbst steilere Rampen ließen sich kontrolliert und gleichmäßig fahren.
Bergab
Auf schnellen Abfahrten vermittelt das Bike ein hohes Sicherheitsgefühl.
Besonders gefallen haben mir:
- ruhiger Geradeauslauf
- präzises Lenkverhalten
- sehr gute Bremsdosierung
Die hydraulischen Shimano-GRX-Bremsen arbeiteten jederzeit zuverlässig.
Auch längere Gefällestrecken führten zu keiner nachlassenden Bremsleistung.
Komfort auf langen Strecken
Nach mehr als drei Stunden im Sattel zeigte sich der größte Vorteil des Stevens Camino.
Trotz unterschiedlichster Untergründe fühlte ich mich erstaunlich entspannt.
Der Carbonrahmen filtert viele Vibrationen wirkungsvoll heraus.
Gerade auf grobem Asphalt oder Schotter macht sich das deutlich bemerkbar.
Dadurch ermüden Hände, Schultern und Rücken spürbar langsamer.
Garmin-Integration
Mit dem Garmin Edge 840 Solar entstand ein vollständiges Trainingscockpit.
Während der Fahrt standen unter anderem folgende Werte zur Verfügung:
- Geschwindigkeit
- Leistung
- Herzfrequenz
- Kadenz
- Reifendruck (SKS AIRSPY)
- Navigation
- Höhenmeter
Besonders in Verbindung mit dem Garmin Rally XC200 ließ sich die Belastung sehr präzise steuern.
Bikepacking-Potenzial
Obwohl diese Tour ohne Gepäck stattfand, fallen die zahlreichen Befestigungsmöglichkeiten sofort auf.
Für längere Abenteuer lassen sich problemlos montieren:
- Rahmentasche
- Oberrohrtasche
- Lenkertasche
- Satteltasche
- Flaschenhalter
Dadurch eignet sich das Camino nicht nur für schnelle Trainingsrunden, sondern auch für mehrtägige Touren.
Verarbeitung
Nach mehreren Ausfahrten überzeugt das Stevens Camino weiterhin durch eine sehr hochwertige Verarbeitung.
Besonders positiv:
- sauber lackierter Carbonrahmen
- präzise Schaltvorgänge
- spielfreie Lager
- hochwertige Anbauteile
- stabile Laufräder
Das gesamte Fahrrad vermittelt einen langlebigen Eindruck.
Vergleich mit anderen Gravelbikes
Canyon Grizl CF
Das Grizl richtet sich stärker an Bikepacker und Offroad-Fahrer.
Das Stevens Camino wirkt sportlicher und agiler.
Trek Checkpoint SL
Das Checkpoint bietet ebenfalls hohen Komfort.
Das Camino überzeugt mit seinem direkten Fahrgefühl und der hochwertigen Ausstattung.
Specialized Diverge
Das Diverge punktet mit seinem Future-Shock-System.
Das Stevens vermittelt dafür ein direkteres Fahrgefühl und überzeugt durch seine klassische, wartungsarme Konstruktion.
Mein persönliches Fazit
Nach mehreren Ausfahrten hat mich das Stevens Camino vollständig überzeugt.
Es verbindet die Geschwindigkeit eines Rennrads mit der Sicherheit und Vielseitigkeit eines modernen Gravelbikes.
Besonders gefallen haben mir:
- der komfortable Carbonrahmen
- die präzise Shimano-GRX-Schaltung
- das agile Fahrverhalten
- die hohe Laufruhe
- die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten
Egal ob schnelle Trainingsrunde, lange Graveltour oder Bikepacking-Abenteuer – das Stevens Camino fühlt sich in nahezu jedem Einsatzbereich zu Hause.
Für ambitionierte Sportler, die ein hochwertiges Gravelbike mit sportlichem Charakter suchen, gehört das Camino aus meiner Sicht zu den interessantesten Modellen seiner Klasse.
FAQ
Das Camino eignet sich für sportliche Gravelfahrer, Rennradfahrer, Bikepacker und alle, die ein vielseitiges Carbon-Gravelbike für Straße und Schotter suchen.
Ja. Die komfortable Geometrie, die Reifenfreiheit und die zahlreichen Befestigungsmöglichkeiten machen das Rad ideal für lange Tagestouren oder mehrtägige Bikepacking-Abenteuer.
Ja. Trotz seiner sportlichen Ausrichtung fährt sich das Camino sehr ausgewogen und vermittelt auch auf losem Untergrund ein hohes Maß an Sicherheit.
Unser Fazit
Gesamtbewertung
4.9
von 5 Sternen
Fahrkomfort: ★★★★★
Handling: ★★★★★
Ausstattung: ★★★★★
Verarbeitung: ★★★★★
Preis-Leistungs-Verhältnis: ★★★★☆
VERDICT & FINAL NOTE
Fazit
Nach mehreren Ausfahrten hat mich das Stevens Camino vollständig überzeugt.
Es verbindet die Geschwindigkeit eines Rennrads mit der Sicherheit und Vielseitigkeit eines modernen Gravelbikes.
Besonders gefallen haben mir:
– der komfortable Carbonrahmen
– die präzise Shimano-GRX-Schaltung
– das agile Fahrverhalten
– die hohe Laufruhe
– die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten
Egal ob schnelle Trainingsrunde, lange Graveltour oder Bikepacking-Abenteuer – das Stevens Camino fühlt sich in nahezu jedem Einsatzbereich zu Hause.
Für ambitionierte Sportler, die ein hochwertiges Gravelbike mit sportlichem Charakter suchen, gehört das Camino aus meiner Sicht zu den interessantesten Modellen seiner Klasse.
Abschließende Bemerkung
Das Stevens Camino ist ein vielseitiges Carbon-Gravelbike, das Sportlichkeit, Komfort und Alltagstauglichkeit gekonnt miteinander verbindet.
Im Praxistest überzeugte es mit einem ausgewogenen Fahrverhalten, hoher Effizienz auf Asphalt und viel Sicherheit auf Schotter.
Wer ein hochwertiges Gravelbike für Training, Touren und Abenteuer sucht, findet im Camino einen zuverlässigen Begleiter für nahezu jedes Terrain.
Vorteile und Nachteile
PROS
- leichter Carbonrahmen
- hoher Fahrkomfort
- sportliche Geometrie
- präzises Lenkverhalten
- hervorragende Shimano-GRX-Schaltung
- starke Bremsleistung
- vielseitig einsetzbar
- Bikepacking-tauglich
- hochwertige Verarbeitung
CONS
- höherer Anschaffungspreis als Aluminium-Gravelbikes
- sportliche Sitzposition könnte für reine Tourenfahrer etwas gestreckt wirken
