Im Radsport ist es seit Jahren gang und gäbe, seit gut einem Jahr hält auch Einzug in den Laufsport:

Das gezielte Training mit Powermetern.

Diese Trainingsmethode hat den Radsport in andere Dimensionen katapultiert, aber ist es auch für Läufer sinnvoll?

Was bringt mir der Powermeter im Training?

Verbesserung der Laufeffizienz

Eine Trainingsverbesserung tritt nicht nur ein, wenn man schneller wird, sondern auch, wenn man für dieselbe Geschwindigkeit weniger Watt benötigt als zuvor. Klar – eine geringere Wattzahl kann man länger aufrechterhalten, weshalb es vor allem für uns Ultraläufer wichtig ist möglichst effizient zu laufen.

Trainingsbeispiel: Man läuft auf flacher Strecke ein flottes, aber gleichmäßiges Tempo und beobachtet wie die Leistung bei Veränderungen im Laufstil (Vorfuß, Mittelfuß, Körperspannung, etc.) variiert. Den Laufstil mit der niedrigsten Wattleistung versucht man beizubehalten.

Als eine der Messgrößen, welche in die Leistungsberechnung mit einfließt, wird die „Bein-Feder-Steifigkeit“ mit gemessen. Stellt man sich den menschlichen Körper als Feder-Masse-System vor, so sind die Federsteifigkeiten entscheidend, ob sich der Körper effizient oder ineffizient vorwärts bewegen kann. Die Bein-Feder-Steifigkeit kann z.B. durch gezielte Kräftigungsübungen von Muskeln und Sehnen verbessert werden.

Training von Bergintervallen in den ermittelten Zonen

Eine Leistungsdiagnostik macht nur dann Sinn, wenn man sich auch an die festgelegten Trainingsbereiche hält. Das ist bei der Pace auf flacher, ebener und windstiller Strecke ganz gut möglich, am Berg funktioniert es leider schon nicht mehr. Auch die Herzfrequenz variiert je nach Witterung, Tageszeit oder der Ernährung erheblich. Somit ist ein gezieltes Training am Berg nur mit Watt möglich.

Trainingsbeispiel: 400er Intervalle auf der Bahn laufe ich etwa im 3:00er Pace, was einer Leistung von 415 Watt entspricht. Möchte ich ein ähnlich effektives Training am Berg machen, laufe ich 1:15min mit kontant 415 Watt bergauf.

Belastungssteuerung

Eine der wichtigsten Größen, die ich in Zusammenhang mit dem Training nach Watt kennenlernen durfte ist der TSS (Trainingsbelastungsgrad). Mit ihm lassen sich nun Trainingseinheiten, egal ob Straße oder Trail, kurz und knackig oder lang und langsam, vergleichen. So weiß ich genau, was ich meinem Körper mit welchen Einheiten antue und kann vor Überlastungen rechtzeitig die Notbremse ziehen, bzw. sehe sehr deutlich wann ich noch einen Gang zulegen sollte

Gleichmäßige Wattleistung im Wettkampf

Jeder halbwegs ambitionierte Läufer weiß, dass beim flachen Straßenlauf die besten Ergebnisse erzielt werden, wenn man eine konstante Pace läuft. Genau diese Konstanz war bisher beim Trailrunning nicht möglich, weil es ständig rauf, runter und über technisches Gelände geht. Was aber nun möglich ist, ist eine annähernd konstante Wattleistung in einem Wettkampf zu bringen – was theoretisch die Performance verbessern sollte. Der Selbstversuch steht hier allerdings noch aus.